Neuwahlen in Frankreich: Was Alice Weidel von Marine Le Pen lernen kann

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Neuwahlen in Frankreich: Was Alice Weidel von Marine Le Pen lernen kann

In Frankreich finden am 10. April und 24. April 2022 die Präsidentschaftswahlen statt. Marine Le Pen, die Vorsitzende des französischen Rechtspopulisten-Parteien Rassemblement National, tritt erneut als Kandidatin an. In Deutschland beobachtet man das Geschehen mit großer Aufmerksamkeit, insbesondere innerhalb der Alternative für Deutschland (AfD). Die stellvertretende Vorsitzende Alice Weidel könnte von Le Pens Erfahrungen lernen. Die beiden Frauen teilen ähnliche politische Ziele und europaskeptische Positionen. Doch wie kann Weidel von Le Pens Strategien profitieren, um die AfD zu stärken?

Was Alice Weidel von Marine Le Pen lernen kann

Gemeinsame Bilder von Alice Weidel und Marine Le Pen gibt es keine. Auch wenn es der deutschen AfD-Chefin sehr gefallen dürfte, hat sich das Gesicht des Rassemblement National (RN), die französische Politikerin und dreimalige Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen, noch nie mit ihrer deutschen Kollegin ablichten lassen.

Und das, obwohl Weidel kaum eine Gelegenheit zur Anbiederung ausließ: Mit respektvoller Würdigung und der größten Hochachtung schrieb die AfD-Politikerin Anfang des Jahres einen persönlichen Brief an Le Pen, nachdem sich die beiden in Paris zum Mittagessen getroffen hatten.

Ein Vorbild für Alice Weidel?

Ein Vorbild für Alice Weidel?

Die zehn Jahre jüngere AfD-Vorsitzende würde ihrem französischen Vorbild wohl gerne auch auf der großen politischen Bühne folgen, wie seit Sonntag klar sein dürfte. Dass sie als Kanzlerkandidatin der AfD zur Bundestagswahl 2025 antritt, hat zumindest der formal gleichberechtigte Partei-Co-Vorsitzende Tino Chrupalla im ARD-Sommerinterview ins Spiel gebracht.

Alice Weidel wäre eine sehr gute Kanzlerkandidatin, was ich auch unterstützen würde, sagte Chrupalla. Dass er betont, entscheiden würde dies letztlich die Basis der Partei, der er nicht vorgreifen würde, ist zu vernachlässigen. Denn er selbst wäre derzeit die einzige parteiinterne Konkurrenz in der K-Frage.

Lernen von Marine Le Pen

Lernen von Marine Le Pen

Weidel und nicht nur sie, sich an ihren erfolgreichen Pendants in den Nachbarländern orientieren, von den Besten lernen will. Das tat die AfD schon unter der damaligen Parteichefin Frauke Petry, die regen Austausch mit den europäischen Radikalen pflegte.

Geert Wilders (jüngst Wahlsieger in den Niederlanden), Matteo Salvini (damals Vorsitzender der italienischen Lega Nord) und Marine Le Pen (damals noch Chefin der der Partei unter ihrem alten Namen Front National) folgten Petrys Einladung im Januar 2017 zu einem Kongress der europäischen Rechtspopulisten in Koblenz.

Kurz nach dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise stimmte man sich dort darauf ein, gemeinsam Strategien gegen eine Massenimmigration nach Europa zu entwickeln.

Die AfD auf der Suche nach Inspiration