Hilden vor 100 Jahren: Ertragsreiche Ernte und Streikprozess

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Hilden vor 100 Jahren: Ertragsreiche Ernte und Streikprozess

Vor genau 100 Jahren, im Jahr 1923, erlebte die Stadt Hilden einen Sommer voller Gegensätze. Einerseits brachte die ertragsreiche Ernte den Bauern und Landwirten in der Region große Freude und Entlastung. Die reichen Erträge bedeuteten einen wirtschaftlichen Aufschwung für die gesamte Region. Andererseits kam es jedoch zu einem Streikprozess, der die Stadt in Atem hielt. Die Arbeiter der Textilindustrie setzten sich für ihre Rechte ein und forderten bessere Arbeitsbedingungen. Der Konflikt zwischen den Arbeitgebern und den Arbeitnehmern eskalierte und führte zu einem langen und harten Streik. In diesem Artikel werfen wir einen Blick zurück auf diese bedeutenden Ereignisse in der Geschichte Hildens.

Hilden vor 100 Jahren: Ertragsreiche Ernte und Streikprozess

Wie haben die Menschen vor 100 Jahren gelebt? Was hat sie beschäftigt? Um das herauszufinden, haben wir uns das Rheinische Volksblatt, Hildener Zeitung und Tageblatt, vom 8. Juli 1924 angeschaut.

Reiche Ernte

Reiche Ernte

Die Redakteure schreiben: Der Juli wird, wenn die Voraussagungen des hundertjährigen Kalenders recht behalten, ein voller Erntemonat werden, denn in den letzten zwei Dritteln soll es heiß und selbst dürr werden, und nur das erste Monatsdrittel soll kühl bleiben. Zwar drohten auch noch Gewitter, aber es könne auf ein knochentrockenes Erntewetter hinauslaufen.

Die Kartoffeln dürften vielfach günstig geraten. Der Boden hat reichlich Feuchtigkeit bekommen, so daß sich die Knollen gut entwickeln konnten. In Hilden war damals bereits das Heu geerntet worden. Die Ernte war reich. Nunmehr beginnt man bereits mit dem Mähen der Gerste. Hält die warme Witterung an, dann dürfte es nicht lange währen und auch die anderen, fast allenthalben sehr gut stehenden Getreidearten werden reifen.

Streikprozess

Streikprozess

Im Januar hatten die Gewerkschaften zu einem Generalstreik aufgerufen. Dabei kam es auch zu Landfriedensbruch. Ein Teil der damals wegen Landfriedensbruch Angeklagten sind bereits abgeurteilt resp. freigesprochen.

Allerdings gab es damals immer noch einige Streikende, die auf ihren Prozess warteten. In Düsseldorf mussten sich sieben Angeklagte unter anderem aus Hilden verantworten. Die Verhandlung musste jedoch vertagt werden, weil die Zeugen nicht geladen waren. Einer der Angeklagten, der Arbeiter W. aus Hilden, der schon fünf Monate in Untersuchungshaft saß, wurde auf freien Fuß gesetzt.